Schicker, Gisa

Gisa Schicker, Zuchtrichter

Richterportrait Gisa Schicker:

Am 24.08.1943 in Stadtilm / Thüringen geboren, wuchs ich in einem wohlbehüteten Elternhaus auf, in dem Teckel stets zur Familie gehörten, während meine Großeltern Kleinspitze als ständige Begleiter und Wächter des Fabrikgeländes besaßen. Mit vier Jahren wurde ich bereits stolze Besitzerin eines kurzhaarigen Zwergteckels, den ich in den folgenden Jahren im wahrsten Sinne des Wortes stets mit mir „herumschleppte".

Meine züchterischen Aktivitäten nahmen 1973 mit der Zucht pfeffersalzfarbener Schnauzer unter dem Zwingernamen „vom Bartenwetzer“ ihren Anfang, und von 1982 bis 1998 züchteten mein Mann und ich ausschließlich schwarze Riesenschnauzer.

Aus unserem Zwinger gingen zahlreiche nationale- und internationale Champions, Welt-, Europa- und Bundessieger hervor. Viele „Bartenwetzer" wurden im Gebrauchshundesport geführt und das Schweizer Militär bildete sie erfolgreich zu Katastrophen- und Lawinensuchhunden aus.

Für folgende Rassen bin ich Spezialzuchtrichterin:
Affenpinscher, Australian Shepherd, Basset Hound, Beagle, Berner Sennenhund, Bordeauxdogge, Bullmastiff, Cavalier King Charles Spaniel, Dalmatiner, Deutscher Pinscher Fila Brasileiro, Landseer, Mastiff, Mastin de los Pirineos, Mastin Espanol, Mastino Napoletano Neufundländer, Rhodesian Ridgeback, Riesenschnauzer, Schnauzer, Tosa Inu, Weißer Schweizer Schäferhund, Zwergpinscher, Zwergschnauzer.

Darüber hinaus bin ich VDH / FCI-Allgemeinrichterin.

Richtertätigkeiten in vielen europäischen Ländern, Neuseeland, Indonesien, Australien, Argentinien, Brasilien, Japan, Hong Kong, Bali, Bundes- und Europasiegerzuchtschauen, Weltausstellungen in Italien 2000 und in Deutschland 2003, Jugend Handling-Bewerterin auf nationalen und internationalen Ebenen.

Mitautorin der Monographie "Riesenschnauzer", Verfasserin von Beiträgen über Hundezucht im Allgemeinen und über Schnauzer im Besonderen – Veröffentlichung auch in USA.

Vorträge in Argentinien vor der Richterschaft der Karibik einmal über Zwergschnauzer und Neufundländer, ein zweites Mal über Riesenschnauzer und Rhodesien Ridgeback.

Ausübung verschiedener Funktionen im Pinscher- und Schnauzer-Klub: Langjährige Zuchtwartin, Lehr- und Prüfungsrichterin im Pinscher-Schnauzer Klub (PSK), Mitglied des Richterrates (PSK), Rhodesian Ridgeback Klub (Elsa), Cavalier King Charles Club (ICC).

Die Hauptaufgabe des Richters im Ring besteht darin, die Vorzüge des Hundes gegen seine Schwächen und Mängel abzuwägen, was nicht nur des Richters fundierte Kenntnis und sein Verständnis des Standards voraussetzt, sondern er muss die Standardvorgaben nachvollziehen,  auf das jeweilige vor ihm stehende, lebende Exemplar anwenden und dann auf dieser Basis sein Urteil fällen. Aber, gäbe es nur perfekte Hunde im Ring, wäre das Richten sehr einfach. In der wirklichen Welt stellt die Entscheidung, welcher Vorzug oder Fehler des zu beurteilenden Hundes mehr oder weniger Bedeutung hat, die besonders anspruchsvolle und schwierige Aufgabe des Richters dar. In diesem Zusammenhang darf niemals vergessen werden, daß zuerst die Rasse da war und danach der Standard geschrieben wurde. Daher betrachte ich es als unerlässlich, die Geschichte und die ursprünglichen Funktionen der Rasse in die Beurteilung mit einzubeziehen, immer wissend, dass ein wirklich großartiger Hund sehr wohl mit seinen kleinen, verzeihlichen Fehlern leben kann. Richten heißt für mich, den Hund zu finden, der die wichtigsten Merkmale seiner Rasse am besten verkörpert. Dann vergleiche ich die im Ring anwesenden Hunde  untereinander und die Entscheidung muss für den Hund fallen, von dem man erwarten kann, dass er der Gesunderhaltung und Weiterentwicklung der Rasse bestmöglich dient.